Hämorrhoiden Ursachen

Hämorrhoiden haben alle Menschen. Sie liegen als dickes Venengeflecht, prall mit Blut gefüllt, wie ein Polster direkt vor dem inneren Darmausgang, sind von Darmschleimhaut überzogen und sorgen zusammen mit zwei Schließmuskeln dafür, dass der Darm dicht verschlossen bleibt und kein Darminhalt unbemerkt nach außen austritt. Vergrößern sich die Hämorrhoiden und verursachen Beschwerden, spricht man von einem Hämorrhoidalleiden, im Volksmund vereinfacht von Hämoriden.
Statistiken zufolge erkranken vor allem Menschen in mittlerem Lebensalter, also zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahrzehnt, an einem Hämorrhoidalleiden. Bis zu einem Lebensalter von etwa 20 Jahren ist das Leiden selten anzutreffen und auch in fortgeschrittenem Alter nimmt die Zahl der Erkrankungen wieder ab. Männer und Frauen sind in etwa gleichermaßen von der Möglichkeit einer Erkrankung an einem Hämorrhoidalleiden betroffen.

Ursachen für Ihre HämorrhoidenHämoriden Ursachen

DIE eine Ursache für ein Hämorrhoidalleiden gibt es eher nicht. Meist führen mehrere ungünstige Faktoren dazu, dass sich die Gefäßpolster vergrößern und dann Beschwerden verursachen. Als Hauptursache gilt das Vorliegen einer angeborenen allgemeinen konstitutionellen Bindegewebsschwäche. Häufiger Auslöser für Hämoriden ist eine chronische Verstopfung (Obstipation). Dabei wird oftmals beim Stuhlgang zu sehr gepresst, es kommt zu einem starken Druck auf die Hämorrhoiden und durch den Blutstau wölben sich die Gefäße knotenförmig vor. Ballastoffarme Ernährung und unzureichende Flüssigkeitszufuhr begünstigen eine Obstipation. Auch Bewegungsmangel, zum Beispiel durch einen Beruf mit meist sitzender, aber auch viel stehender Tätigkeit oder auch Übergewicht können zu allgemeiner Darmträgheit führen und damit das Auftreten eines Hämorrhoidalleidens forcieren. In der Schwangerschaft besteht durch den Platzbedarf des Fötus ein erhöhter Druck im Bauchraum oder durch hormonelle Umstellungen lockert sich das Bindegewebe und viele Frauen bekommen dann Probleme mit Hämoriden. Auch während der starken Pressphase unter der Geburt kann es zum Vorfall von Hämorrhoiden kommen.

Generell ist beim Stuhlgang möglichst nicht stark zu pressen. Der natürliche Vorgang des Absetzens von Stuhl geschieht in der Regel von ganz allein. Aber dies ist nicht bei jedem Menschen der Fall. Viele Menschen meinen auch, jeden Tag Stuhlgang haben zu müssen und setzen sich damit im wahrsten Sinne des Wortes selber unter Druck. Dabei ist es laut Medizinern genauso ausreichend, dreimal pro Tag oder auch nur dreimal pro Woche Stuhlgang zu haben. Durch falsche Überzeugungen entstehen dann schlechte Stuhlgewohnheiten mit langen "Tagungen" auf dem WC. Es wird intensiv gepresst, auch schon, wenn nur kleinere Stuhlmengen vorhanden sind. Durch die Bauchpresse kommt es zu einem erhöhtem Druck in den Blutgefäßen des Darms und gegen die mit Blut gefüllten Hämorrhoidalpolster. Bei einer solchen zwanghaften Defäkation fehlt der natürliche rektoanale Reflex, welcher zur Blutentleerung der Hämorrhoidalpolster benötigt wird, wodurch diese sich schließlich erweitern und bei fortgeschrittenem Leiden nach außen hervortreten können.
Die Einnahme von Abführmitteln ist auch keine Dauerlösung, da auch dadurch der normale Stuhreflex verändert wird.

Weitere Gründe für Hämoriden

Es gibt Erkrankungen, welche nicht die Ursache für ein Hämorrhoidalleiden sind, aber durch ähnliche Symptome und Beschwerden zunächst mit Hämoriden verwechselt werden können. Dazu gehören Analfissur, Analabszess, Analfistel, Beckentumoren, Darmkrebs, selten auch Prolapsformen im Bereich von After und Rektum (Prolaps bezeichnet den Vorfall eines Organs oder eines Organteiles durch eine Öffnung) oder sogenannte "äußere Hämorrhoiden", wie Perianalthrombosen, mit sehr schmerzhaften Schwellungen im Bereich des Afters.
Da es sich bei den genannten um sehr ernsthafte Erkrankungen handelt, ist eine präzise Diagnosestellung durch einen Facharzt erforderlich.

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